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Hier eine Auswahl lesenswerter Sachbücher über Wirtschaft, Politik, Geld, Kultur und anderes. Die jeweils neusten Einträge sind oben. Die Infos werden im Laufe der Zeit noch erweitert ...

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» Bill Bonner, Addison Wiggin: Tage der Abrechnung
» F. William Engdahl: Mit der Ölwaffe zur Weltmacht
» Jim Rogers: Abenteuer eines Kapitalisten, Investment-Biker
» Allan & Barbara Pease: Warum Männer lügen und Frauen Schuhe kaufen
» Hans-Werner Sinn: Ist Deutschland noch zu retten?

Bonner, Wiggin: Tage der Abrechnung

Der Untertitel lautet "Die internationalen Finanzmärkte im Umbruch - Wie wir die schleichende Wirtschaftskrise des 21. Jahrhunderts überleben können". Das hört sich ziemlich nach Crash und Rezession, nach Schwarzmalerei und Weltuntergang an. Und aufgrund der (überfälligen) Korrektur der Börsen im Sommer 2006 war der Zeitpunkt der Veröffentlichung sicher optimal.

William (Bill) Bonner ist engagierten Anlegern sicher durch seine Internet-Kolumnen, u. a. bei Investors-Daily oder » Goldseiten bekannt. Das Buch zeigt auf woran es (auch) krankt, stellt Vergleiche zu ähnlichen Geschehnissen an (wie z. B. Japan, erst ein gewaltiger Boom, dann jahrelange Depression) und zeigt Wege, das mögliche (und wohl von den Autoren auch erwartete) grosse Schlamassel der Weltwirtschaft selbst einigermassen heil zu überstehen.

Aber keine Bange, auch wenn im Umfeld der Autoren manchmal haarsträubende Texte von "Crash-Propheten" erscheinen, die sich mit einer beinah perversen Lust am Untergang und mit haarsträubenden "Ratschlägen" (Immobilienbesitz verkaufen und alles in Gold anlegen) einen Namen machen wollen, dieses Buch bleibt fest auf dem Boden der Realität verankert.

Statt eines erhobenen Zeigefingers erscheint oft ein zwinkerndes Auge zwischen den Zeilen, der Text ist so angenehm zu lesen. Hinweise auf mögliche Entwicklungen der Weltwirtschaft mögen manche erschrecken, andere eher dankbar als Warnung betrachten. Ich persönlich ziehe es vor positiv zu denken und glaube nicht an den "grossen Crash" des Finanzsystems.

Auch darf ein Kapitel zu Alan Greenspan nicht fehlen, dem Lenker der FED bis 2006, dem von manchen fast vergötterten, von anderen dafür eher verhassten "Finanzmagier", dessen Äusserungen der Finanzwelt schon manch harte Nuss zum entschlüsseln bescherte. Nur, wer von den Kritikern des Notenbank-Chefs wäre fähig diesen Job selbst zu machen?

Engdahl: Mit der Ölwaffe zur Weltmacht

Politik, Weltmacht und Energie-Ressourcen sind heute nicht mehr voneinander zu trennen. Der sog. "Peak-Oil", also der Zeitpunkt an dem mehr als die Hälfte der (ökonomisch sinnvoll) förderbaren Ölreserven der Welt verbraucht sind, rückt immer näher. Das hört und liest man zumindest überall, und vermutlich stimmt es auch. Das ist eine Herausforderung für alle, für uns Verbraucher ebenso wie für machthungrige Politiker und hochdotierte Konzernlenker.

Das Buch zeigt verzwickte Zusammenhänge, legt globale Bündnisse von Staaten, Banken und Öl-Konzernen offen und informiert über geheime Absprachen auf hoher und höchster Ebene. Beginnend mit der britischen Weltherrschaft durch die Seefahrt im 19. Jahrhundert, über die beiden Weltkriege, den kalten Krieg, die Ölkrisen bis zur heutigen Zeit und den Vorfällen in Kuwait oder im Irak. Politik, Wirtschaft und Macht, das Öl war und ist eine Schlüsselposition.

Viele der Begebenheiten kennen wir oberflächlich aus den Nachrichten, doch hier erfahren wir die Hintergründe. Nicht alles was im Buch behauptet wird ist auch beweisbar. Das liegt in der Natur der Sache und in diesem Zusammenhang gibt es sehr viele "Verschwörungstheorien", besonders wenn die USA beteiligt sind. Man fragt sich beim lesen unwillkürlich, wieviel davon tatsächlich wahr und was dagegen nur Vermutung oder gar Fiktion ist. Das Urteil sei jedem selbst überlassen und mag auch von der politischen Grundeinstellung des Lesers abhängen.

Eine differenzierte Betrachtung ohne politische oder gar ideologische Scheuklappen ist aber unabdingbar, wenn man sich mit diesem Thema befasst. Gerade das kommt meiner Meinung nach aber etwas zu kurz. Es wird einiges behauptet und als Fakt hingestellt, das vielleicht so abgelaufen sein kann, vielleicht aber auch völlig anders war. Wer bereits über die passenden Vorurteile verfügt wird sein Weltbild damit sicher bestätigt fühlen, kann sich dann die Lektüre aber im Grunde sparen. Wer dagegen die Welt zwar kritisch hinterfragt, aber ohne bereits ideologisch festgefahren zu sein bekommt hier evtl. ein paar Anregungen und Denkanstösse.

Abenteuer eines Kapitalisten, Investment-Biker

» Jim Rogers gehört zu den Legenden der Wallstreet. Mit George Soros managte er den Quantum-Hedgefonds und hatte mit 37 Jahren schon mehr Millionen verdient als unsereins sich im Lotto-Jackpot erträumt. Seither verbringt er immer mal wieder einige Jahre damit, die Welt zu umrunden. Zuerst allein per BMW-Motorrad, beim zweiten mal zusammen mit seiner Freundin und späteren Ehefrau in einem geländetauglich umgebauten Mercedes-Roadster.

Investment-Biker und Abenteuer eines Kapitalisten schildern eindrucksvoll seine spannenden Erlebnisse. Er betrachtet die Welt und die bereisten Länder mit den Augen eines erfolgreichen und erfahrenen Investors. Eine Sichtweise, die oftmals überraschende und erfrischend andere Einblicke in Kontinente und Regionen gewährt, wie sie kein Reise- oder Kulturführer bietet.

Immer wieder analysiert er dabei auch die Chancen der Geldanlage in den diversen Ländern. Rohstoffe, Immobilien, Aktien oder sonstige Wertpapiere, wobei sein Schwerpunkt häufig bei Rohstoffen liegt. Nicht umsonst hat er seinen eigenen Rohstoff-Index kreiert (RICI).

Seine Reiseberichte zeigen ein eindrucksvolles Bild der Zustände in den diversen Winkeln unserer Welt. Er beschreibt die negativen Auswirkungen der Entwicklungshilfe in Afrika (die lokale Landwirtschaft und Industrie liegt nahezu brach, weil man ja alles umsonst bekommt) und entlarvt die Bürokraten und Versager dieser Welt (die alles daran setzen um die Armen arm zu halten, damit sie ihre lukrativen Posten in der fetten Behörden-Hierarchie behalten).

Wer glaubt, Deutschland und Europa wäre an bürokratischem Irrsinn nicht zu überbieten wird eines besseren belehrt. Es gibt Länder, die es noch viel hirnloser und unsinniger treiben. Und manchmal genügt ein Blick auf die Grenzstation um den Zustand eines Landes zu erkennen. Textauszug: "Unsere Einreise nach Georgien wurde durch die Tatsache ein wenig verzögert, dass bei unserer Ankunft sämtliche Grenzposten auf beiden Seiten betrunken waren". Nur eines zahlreicher abstruser Grenzerlebnisse. Würden Sie in so einem Land investieren?

Zwei überaus interessante, spannende und fesselnde Reportagen. Nicht nur für Globetrotter und Liebhaber von Reiseberichten, sondern auch für den privaten Anleger. Wichtig für alle die erkannt haben, dass das Thema Geldanlage und private Vorsorge aktuell und sehr wichtig ist. Und für alle die erkannt haben, dass das Sparbuch und das "lukrative Angebot" der Hausbank längst nicht die Chancen bieten, die es weltweit für uns alle zu entdecken und zu nutzen gilt.

Warum Männer lügen und Frauen Schuhe kaufen

Es gibt mehr als den "kleinen Unterschied" zwischen Männern und Frauen. Und das ist gut so. Die Australier Barbara & Allan Pease sind durch ihre Bücher weltweit bekannt und anerkannt. Sie ergründen die Ursachen, suchen und geben Erklärungen für die allzu menschlichen Dinge, die für die meisten von uns zwar offensichtlich, aber sehr oft auch völlig unverständlich sind.

Ohne Polemik und fragwürdiger politisch korrekter Gleichmacherei erläutert das Buch, warum Männer so sind wie sie eben sind. Und Frauen auch. Es fängt bei leidlich bekannten Dingen an (Sie nörgelt und mäkelt an allem herum, er lässt seine Socken auf dem Teppich liegen) und hört bei subtilen Momenten des menschlichen Zusammenlebens (sie macht nur Andeutungen und erwartet dass er sie versteht, aber er bemerkt nicht das geringste) noch lange nicht auf.

Unterschiede werden erklärt, Hintergründe und mögliche Ursachen erläutert, Lösungswege für ein besseres Zusammenleben aufgezeigt. Oft zum schmunzeln und mit einem Augenzwinkern, aber ohne dabei auf das zweifelhafte Niveau von "Mann/Frau-Wörterbüchern" zu verfallen. Ein Buch das hilft, den eigenen Partner, aber auch sich selbst, etwas besser zu verstehen.

Hans-Werner Sinn: Ist Deutschland noch zu retten?

Ein höchst lesenswertes Werk, das die aktuelle Lage unseres Landes schonungslos und ohne ideologische Verzerrungen analysiert. Hans-Werner Sinn, Präsident des » ifo-Instituts, zeigt politische und wirtschaftliche Realitäten in Deutschland. Er lässt Zahlen sprechen und erläutert Fakten, ohne sie durch fragwürdige machtpolitische Interessen zu vernebeln.

Natürlich lässt sich jede Statistik so verbiegen, dass am Ende das gewünschte rauskommt. Egal ob staatliche Stellen oder privatwirtschaftliche Institute, überall gibt es Urheber und Auftraggeber. Und wie überall im Leben gilt auch hier "wer zahlt schafft an". Dennoch traue ich Untersuchungen und Statistiken privater Institute mehr als staatlichen Statistiken, denn dann ist allenfalls (legitimes) Eigenmarketing, aber nicht der Faktor Machterhalt mit im Spiel.

Und so zeigt dieses Buch deutlich die deutschen Fakten, Probleme und auch Lösungen auf. Dazu ist weder Polemik, noch ein erhobener Zeigefinger nötig, schon gar kein Jammern oder die leider weit verbreitete Angstmacherei vor der Zukunft. Im Gegensatz zu anderen belässt es Sinn nicht bei der Analyse des Ist-Stands, sondern zeigt uns auch konkrete Lösungswege.

Das Buch ist für jeden halbwegs politisch und wirtschaftlich Interessierten sehr leicht zu lesen. Das Thema geht alle an, es betrifft unser aller Zukunft. Ich empfehle es auch allen, die Angst vor den dringend nötigen Reformen (inzwischen leider ein verbrannter Begriff) und Angst vor Eigenverantwortung haben. Und natürlich allen Bauherren sozialromantischer Luftschlösser.

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