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Allgemeines

Es ist unmöglich, Lacrimosa in eine musikalische Schublade stecken zu wollen. Gothic-Rock mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Synthesizer, dazu bombastische Klassik, grosse Orchester und Chöre, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Mal laut und mitreissend, dann wieder still und besinnlich. In manchen Songs akustische Elemente und, natürlich, Gesang.

All diese Elemente so zu verarbeiten und zusammenzufügen, dass das Ergebnis immer wieder ein Kribbeln am ganzen Körper verursacht, ist wahrlich nicht einfach. Doch Lacrimosa gelingt es, und mit jedem Album wachsen die musikalischen Kontraste besser zusammen. Natürlich, für ein erfolgreiches vereinen solcher Musikstile sind Erfahrungen und Lernprozesse nötig.

Lacrimosa lebt musikalisch wie optisch vom Schweizer Tilo Wolff und der Finnin Anne Nurmi. Die Texte, meistens von Tilo Wolff in deutsch gesungen, sind oft sehr emotional und zeigen tief in das Innere des Herzens, aber auch bis in die tiefsten und dunklen Abgründe der Seele. Gier und Macht, Liebe und Schmerz, Sehnsucht und Angst, Lust und Tod geben sich die Hand.

Anfangs hatte Tilo Wolff allein eine Handvoll Musiker um sich versammelt, Anne Nurmi kam ein paar Jahre später hinzu. Die Wurzeln liegen im Gothic-Rock und Dark-Wave. Die starke Betonung klassischer Elemente fand langsam statt und gipfelte in der Beteiligung u. a. des London Symphony Orchestra für ein Album. Eine für Lacrimosa sehr positive Entwicklung.

Liest man sich durch Kritiken und Meinungen, so stiess man früher häufiger auf die Frage, ob Tilo Wolff singen kann. Das zu hinterfragen ist meiner Meinung nach nur Zeitverschwendung. Er tut es, Punkt. Ebenso die ewige Frage, ob das wohl obligatorische Lied von Anne Nurmi pro Album, von ihr und auf englisch gesungen, nun eine Bereicherung oder doch eher Ballast ist.

Musikalisch enthält jedes Album neue Überraschungen bereit. Nicht nur in Bezug auf Texte und Kompositionen, sondern auch durch Wahl der verwendeten Instrumente und Melodien. Nicht immer sind Tiefgang und Emotionen der Songs gleich ausgeprägt, aber immer wieder gibt es Stellen, da genügt der Begriff der Tiefe nicht mehr, da tun sich schon Abgründe auf.

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Tips und Empfehlungen

Die Anfänge reichen zum Beginn der 90er Jahre zurück. Die ersten Alben (Angst, Einsamkeit und Satura) muss man aber nur als Hardcore-Lacrimosa-Fan der Vollständigkeit halber haben. Spannend und vorallem richtig gut wird es ab Inferno von 1995. Es folgen Stille (1997), Elodia (1999), Fassade (2001) und Echos (2003). Das letzte Werk von 2005 heisst Lichtgestalt und wie vermutlich alles ab Inferno hat man nur zwei Möglichkeiten: es zu lieben oder zu hassen.

Die Titel der Alben geben schon mal einen guten Hinweis, wohin die musikalische Reise führt. Songtitel wie Nachtschatten, Durch Nacht und Flut, Die Schreie sind verstummt, Am Ende der Stille, Dich zu töten fiel mir schwer, Warum so tief und Tränen der Sehnsucht sagen klar, dass diese Musik beachtet werden will. Für reine Hintergrund-Berieselung ist Lacrimosa zu schade. Auf Musik und Texte muss man sich einlassen können (und wollen), dann wirkt es. Und wie!

Frühere Alben enthalten auch einige Stücke, die man getrost als stumpfsinniges Heavy Metal Geschruppe abtun und, andere Fans mögen es mir bitte nachsehen, schlicht vergessen kann. Copycat gehört dazu, warum das so bekannt wurde ist mir unbegreiflich. Doch lohnt die CD auf der es enthalten ist (Inferno) wegen anderer Songs wie Kabinett der Sinne und Schakal. Damals begann eine Entwicklung von Lacrimosa, die bis heute ungemein spannend ist.

Es gibt eine DVD Live-History mit diversen Live-Aufnahmen aus 1993 bis 2000. Die älteren Mitschnitte überzeugen zwar musikalisch nicht ganz und technisch garnicht, sie sind aber ein wichtiger Bestandteil um die Entwicklung von Lacrimosa zu zeigen. Im Publikum sieht man viele sog. Grufties, und damit meine ich keine Senioren, sondern die schwarzgekleideten Gothic-Freaks mit der übertrieben zur Schau gestellten Todessehnsucht. Vermutlich sind die Texte von Lacrimosa gerade für junge Menschen auf der Sinnsuche besonders anziehend.

Die zweite DVD von 2005 Musikkurzfilme, ein dem Inhalt nach korrekter aber ungewohnt banaler Titel, enthält diverse Musik-Videos. Die deutschen Zensurbehörden haben ihr allen ernstes FSK16 verpasst. Etwa wegen der Texte oder etwas nackter Haut in einigen Videos? Ich bin sprachlos, wie jämmerlich mittelalterlich es bei uns manchmal immer noch zugeht. Jedenfalls sind die Clips der DVD absolut sehenswert, skurril-sensibel und schaurig-schön.

Was tun, wenn man Lacrimosa noch nicht kennt? Reinhören! Besser in eines der neueren Alben. In Ruhe, aber ruhig etwas lauter, diese Musik darf und sollte schon mal auf etwas höhere Pegel aufgedreht werden. Doch Achtung, die Musik ist in emotional eher kritischen Lebensphasen evtl. ungewollt aufwühlend! Die Booklets der CDs enthalten meist auch den kompletten Text, das ist auch gut denn nicht immer versteht man auf Anhieb alle Details.

Das Album Lichtgestalt enthält als Hybrid-CD übrigens auch zwei Windows-Screensaver. Die Cover sind Kunstwerke, bei denen man bedauert, dass es keine 30cm LP-Hüllen mehr gibt.

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Links zum Thema

Hier geht´s zur offiziellen Homepage von » Lacrimosa, und auch » Wikipedia weiss was. Eine frühere Ausgabe des Wikipedia-Artikels hat Lacrimosa tatsächlich mit Rondo Veneziano verglichen! Nun gut, beide haben ausgeprägte klassische Elemente, das stimmt. Das war´s aber auch schon mit der Gemeinsamkeit, und sie deshalb als ähnlich zu bezeichnen bedarf schon eines Promillewerts weit jenseits der Grenze gesundheitlicher Unbedenklichkeit ...

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